30.000 Euro für Total McLaren-Tochter

Durchschnittspreis mehr als 10.000 Euro

Die Abende der Championatstage auf Hofgut Kranichstein waren unter dem Motto „DSP-Diamanten“ den beiden Elite-Fohlenauktionen vorbehalten. Am Freitag hatten die Springfohlen gut vorgelegt, am Samstagabend legten die Hoffnungsträger mit dressurbetontem Pedigree noch eine Schippe drauf: 47 Fohlen wurden für durchschnittlich 10.191 Euro zugeschlagen.

Und diesmal waren Stutfohlen besonders begehrt: Der Spitzenpreis von 30.000 Euro wurde für eine Tochter des Totilas-Sohnes und Oldenburger Hauptprämiensieger Total McLaren erzielt. Züchter der langbeinigen, bestens linierten braunen Schönheit aus einer Diamond Hit-Mutter ist Bernd Broghammer, Bösingen. Die Großmutter stellte bereits den gekörten Diamancino v. Diamond Hit, die dritte Mutter brachte den ebenfalls gekörten Florion v. Florencio I und zudem ein in der schweren Klasse erfolgreiches Sportpferd. Auch eine ganze Reihe internationaler Grand Prix-Pferde sind dem Hannoverschen Stamm zuzurechnen.

Grund zu jubeln hatte auch Caroline Tanner aus dem bayerischen Illertissen. Für ihr bewegungsstarkes Stutfohlen v. Dynamic Dream/Brisbane aus einem westfälischen Stamm erzielte Auktionator Hendrik Schulze Rückamp 27.500 Euro. Staatsprämienstute Bella Diva, die Fohlenmutter, war im Reitpferde-Finale des Bundeschampionats fünftplaziert und Siegerstute der westfälischen Elite-Stutenschau in Münster-Handorf. Die Großmutter v. De Niro stellte zwei gekörte Söhne, darunter einen Prämienhengst sowie ein in der schweren Klasse erfolgreiches Pferd. Auch die dritte Mutter ist eine gefeierte Hengstmutter: zu ihren Söhnen zählen die NRW-Landbeschäler Ehrentanz I und II.

Mit dem Zuschlagspreis von 25.500 Euro avancierte ein typvoller, charmanter, sich immer bergauf bewegender Youngster v. Va Bene, der bereits eine Woche zuvor die Preisspitze der DSP-Fohlenauktion auf dem Schafhof in Kronberg stellen konnte, zum bestbezahlten Hengstfohlen des Abends. Hans Claus, Altheim, auf der Schwäbischen Alb hatte den Dunkelfuchs aus einer Staatsprämienstute v. Fürst Jazz gezogen. Und auch dieser Hengstanwärter ist einem bedeutenden Stamm zuzuordnen, dem der Rudilore, der zum Tafelsilber der Oldenburger Zucht gehört. Grand Prix-Hengste wie der kürzlich im Alter von 27 Jahren gestorbene Rubin Royal und Rubin Action sowie Romanov Blue Hors sind Vertreter dieses Stammes.

Immer wieder gab es Zwischenapplaus in der bis zum Ende der Auktion gut gefüllten, liebevoll dekorierten Halle – kein Wunder, wurden doch immerhin 15 der „Dressur-Diamanten“ für fünfstellige Beträge zugeschlagen. Zur guten Stimmung des Abends trug auch ein Saxophonist bei, der die kurzen Pausen zwischen den einzelnen Auktionskandidaten heiter überbrückte. Zu vorgerückter Stunde sah man jedenfalls nur strahlende Gesichter in und um die große Reithalle des Hofguts. Nicht zuletzt bei den im DSP-Gebiet ansässigen Hengsthaltern, denn die Nachkommen ihrer Hengste erzielten sehr gute Preise. Apropos Marbach: Baden-Württembergs Landoberstallmeisterin Dr. Astrid von Velsen-Zerweck bewies nicht nur ein gutes Auge, sondern auch ein glückliches Händchen bei der Auktion: Für vergleichsweise bescheidene 6.000 Euro sicherte sie sich ein bei Friedbert Ruetz, Ravensburg, geborenes typvolles, sich elastisch bewegendes Hengstfohlen vom Leistungsprüfungssieger Escaneno aus bestem Hannoverschem Stutenstamm.

Fritz Fleischmann jedenfalls hatte guten Grund, ein positives Resümee des Auktionswochenendes zu ziehen und er zollte auch den Beschickern Respekt: „Wir konnten einen sehr erfreulichen Durchschnittspreis erzielen“, so der Vermarktungsleiter des DSP. „Ein großes Kompliment gebührt den Züchtern des Deutschen Sportpferdes, die einmal mehr mit Fohlen begehrlicher Qualität in Darmstadt präsent waren und ihre Fohlen größtenteils an ambitionierte, teils internationale Sportställe und einige auch an Hengstaufzüchter verkaufen konnten.“ Käufer aus dem Ausland sicherten sich insgesamt acht der „Dressur-Diamanten“: Fünf der jungen Hochkaräter gingen nach Österreich, drei an Kunden aus der Ukraine.

Doch bevor das erste Fohlen präsentiert wurde, stand ein Mann im Rampenlicht, der sich viele Jahre lang um die Pferdezucht verdient gemacht hat: Hans-Willy Kusserow, der zwei Jahrzehnte lang als Zuchtleiter des Pferdezuchtverbands Rheinland-Pfalz/Saar tätig war und in der AG der Süddeutschen Pferdezuchtverbände, Vorläufer des DSP, zu den Körkommissaren der ersten Stunde gehört hatte. Vom Vorstand Zucht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung erhielt er im Rahmen der DSP-Elite-Fohlenauktion für seine Verdienste aus der Hand des DSP-Vorsitzenden Carsten Grill, der auch Stellvertretender Vorsitzender des FN-Vorstands Zucht ist, die Gustav-Rau-Medaille in Bronze.

PM/dz

 

Foto: Schröder

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