Es werden engagierte PferdehalterInnen/-besitzerInnen und PferdezüchterInnen zur Teilnahme an einer Forschungsstudie zum Thema:
„Vorkommen von Spulwurminfektionen auf deutschen Pferdebetrieben sowie Status und Mechanismen der Benzimidazol-Resistenz“ gesucht.
Dazu planen wir von Juli bis Oktober 2026 Besuche bei interessierten Gestüten und Aufzuchtbetrieben in ganz Deutschland, die
- auf ihrem Betrieb mindestens 10 Fohlen aus der Saison 2026 halten. Die Fohlen sollten 3 bis 6 Monate alt sein
- ihre Fohlen vorher mindestens 8 Wochen nicht entwurmt haben
- bereit sind von ihren Fohlen individuelle Kotproben einzusenden und danach 2 weitere Kotproben von den jeweiligen Fohlen sammeln zu lassen
- einwilligen ihre Fohlen einmal mit einem Benzimidazol-Präparat entwurmen zu lassen (Panacur® für Pferde, Wirkstoff: Fenbendazol)
Ihre Vorteile:
- Kostenfreie Untersuchung:
- Auf das Vorkommen von Spulwürmern und kleinen Strongyliden bei Ihren Fohlen mittels Kotprobenuntersuchung
- Zur Wirksamkeit von Benzimidazol-Präparaten zur Entwurmung auf Ihrem Betrieb und somit die Möglichkeit zur Optimierung Ihres Parasitenmanagements
- Kostenfreie Behandlung mit dem Entwurmungspräparat Panacur®, Wirkstoff Fenbendazol
- Untersuchungsbericht
Zum Ablauf:
- Zunächst bitten wir Sie individuelle Kotproben Ihrer Fohlen zu sammeln und einzusenden. Diese werden dann, für sie kostenlos, bei uns im Institut labordiagnostisch auf das Vorkommen von Spulwürmern untersucht. Voraussetzung für die kostenlose Diagnostik ist, dass wir Ihren Betrieb im Anschluss zweimal beproben und Ihre Fohlen anthelminthisch behandeln.
- Nach vorheriger Terminabsprache und bei positivem Befund komme ich zu Ihnen auf den Betrieb. Ich besuche Ihren Betrieb selbstverständlich so zeitnah wie möglich nach positivem Befund, um Ihre Tiere unverzüglich zu behandeln. Bei negativem Ergebnis der eingesendeten Kotprobe können Sie gerne in den darauffolgenden Wochen eine weitere Probe einsenden.
- Wir bitten Sie einen Fragebogen auszufüllen. Dieser enthält Fragen zu den an der Studie teilnehmenden Fohlen, zum Entwurmungsmanagement auf Ihrem Betrieb, Hygienemaßnahmen und einigen grundlegenden Daten des Hofes (z.B. Tierzahl, Flächengröße). Die Daten werden selbstverständlich vertraulich behandelt und nur anonymisiert analysiert.
- Nach einer Allgemeinuntersuchung wird von jedem Tier eine Kotprobe gesammelt. Dann erfolgt die Entwurmung mit dem oralen Benzimidazol-Präparat Panacur®, Dosis auf das aktuelle Körpergewicht (Bestimmung mittels Bandmaß) abgestimmt.
- Nach zwei Wochen erfolgt eine zweite Kotprobengewinnung zur Kontrolle des Entwurmungserfolges.
Gerne informiert Sie Frau Becker unverbindlich und beantworte Ihre Fragen zu der Studie.
Bei Interesse rufen Sie einfach an oder schreiben Sie ihr eine E-Mail. Nach Übermittlung der Untersuchungsergebnisse steht Ihnen das Institut auch gerne für eine fachliche Beratung zum Parasitenmanagement zur Verfügung (Institut für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin FU Berlin, Geschäftsführender Direktor Prof. Dr. Georg von Samson-Himmelstjerna).
Sie werden gebeten den behandelnden Tierarzt Ihres Betriebs über die Studie und anthelminthische Behandlung zu informieren. Auch hier steht Ihnen das Institut gerne für weitere Fragen zur Verfügung.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Paulina Becker
Tierärztin
Kontaktdaten
Institut für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin
Robert-von-Ostertag-Str. 7, 14163 Berlin
Tierärztin Paulina Becker: p.becker@fu-berlin.de
Mobil: 0160 4374104 ; Büro: 030 83868303
Hintergrund
Die Pferdespulwürmer Parascaris spp. sind sehr häufig vorkommende Parasiten bei Fohlen und Jährlingen. Die Fohlen infizieren sich schon in den ersten Lebenstagen. Sie nehmen die Eier der Spulwürmer auf der Weide oder im Stall oral auf. Die Larven schlüpfen aus den Eiern im Magen-Darm-Trakt und vollziehen dann eine Körperwanderung, u. a. durch Leber und Lunge. Schließlich gelangen sie wieder in den Darm. Hier entwickeln sich die Larven dann zu den Eier-produzierenden adulten Würmern. Die Eier werden mit dem Kot in die Umwelt ausgeschieden. Im Alter von ca. vier bis fünf Monaten ist die Eiausscheidung bei den Fohlen besonders hoch. Während der Lungenphase können bei den Fohlen Husten, Nasenausfluss und Fieber auftreten. Durch die Wurmbesiedelung des Darmes kann es zu unspezifischen Symptomen wie Kolik, Abmagerung, wechselnder Fresslust und stumpfem Haarkleid kommen. Besonders fatal ist eine sehr hohe Wurmbelastung, die in einigen Fällen zu Darmverlegungen und -perforationen führen kann. Es ist bekannt, dass Spulwürmer gegen verschiedene Entwurmungsmedikamente Resistenzen ausbilden. Die Wurmkur ist dadurch schlichtweg nicht mehr wirksam. Lange Zeit traf dies noch nicht auf die Gruppe der Benzimidazole zu (z.B. Panacur®, Wirkstoff: Fenbendazol). Deshalb wird dieses Präparat am häufigsten zur Behandlung von Fohlen und Jährlingen verwendet. In der jüngeren Vergangenheit häufen sich jedoch auch bei diesem Medikament die Berichte über geringere Wirksamkeit und daher eine mögliche Resistenzlage der Spulwürmer. Somit ist es sehr wichtig einen Überblick über das Vorkommen von Spulwurminfektionen und die Resistenzlage auf deutschen Pferdebetrieben zu bekommen. Eine Methode hierfür ist der Eizahlreduktionstest. Diesen werden wir mit den Proben aus den zwei Besuchen bei Ihnen durchführen. Im Anschluss können wir Ihnen Informationen über die Situation auf ihrem Betrieb geben. Dadurch können Sie Ihr Parasitenmanagement anpassen und so einer möglichen geringeren Wirksamkeit von Anthelminthika vorbeugen. Außerdem werden wir die Kotproben weiteren Labortests unterziehen, um die Wirksamkeit des Anthelminthikums zu prüfen und molekularbiologische Methoden anwenden, um Informationen über die genauen Resistenzmechanismen der Würmer zu gewinnen.
Mit Ihrer Teilnahme an unserer Studie können Sie einen Beitrag dazu leisten einen Überblick über das Infektionsgeschehen mit Pferdespulwürmern auf deutschen Pferdebetrieben zu erlangen und dazu, weiterhin wirksame Medikamente zur Bekämpfung von Spulwürmern zu garantieren.
Wenn Sie an der Studie teilnehmen, erhalten Sie für 10 Fohlen eine kostenlose Untersuchung der Kotproben sowie eine kostenlose Entwurmung. So erhalten Sie Gewissheit über die Infektionssituation auf ihrem Betrieb und zur Wirksamkeit Ihres Entwurmungsmanagements!
