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Gentest PSSM

PSSM-Test für Züchter des Landesverbandes

Neue Kooperation
Bereits im vergangenen Jahr konnten sich der Landesverband Bayerischer Pferdezüchter e.V. und die Laboklin GmbH & Co. KG aus Bad Kissingen auf eine enge Zusammenarbeit bezüglich des WFFS-Tests verständigen. Ab sofort wird diese Kooperation auf den PSSM-Test ausgeweitet. Dies bedeutet, dass die Züchter des Landesverbandes Bayerischer Pferdezüchter e.V. einen Vorzugspreis 51,75 Euro inkl. MwSt. bei Durchführung des Tests bei ihren Pferden erhalten.

Anschreiben Züchter Laboklin
Antrag PSSM Landesverband Bayerischer Pferdezüchter eV 2020

Werte Hengsthalter und Züchter,
Vor dem Hintergrund der Diskussion und auch der Sorge um die Erbkrankheit PSSM-1 (Polysaccharid-Speicher-Myopathie) sollen die folgenden Zeilen aufklären, für entsprechende Anpaarungsüberlegungen sensibilisieren aber auch Ängste nehmen. Die nachfolgenden Zeilen beruhen vordergründig auf Veröffentlichungen zum Thema PSSM-1 in der Zucht der Noriker, in welcher sich in den letzten Jahren intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt wurde.

Vererbung von PSSM-1
PSSM-1 wird autosomal-dominant vererbt, dies bedeutet, dass bereits ein defektes Allel (N/PSSM-1) zum Ausbruch der Krankheit führen kann. Die Wahrscheinlichkeit der Erkrankung und bei Ausbruch die schwere des Verlaufs nehmen bei reinerbigen Pferden zu, d.h. das Risiko bei Pferden, die zwei betroffene Allele (PSSM-1/PSSM-1) besitzen, ist erhöht. Die Symptome werden bei Ausbruch ähnlich denen eines Kreuzverschlags beschrieben. Nachfolgende Tabelle stellt die Wahrscheinlichkeiten des Auftretens der unterschiedlichen Genotypen im Falle der Verpaarung in der Übersicht dar.

PSSM-1 in der Praxis
Zunächst ist festzuhalten, dass ein bezüglich PSSM-1 postiver Gentest nicht bedeutet, dass ein Pferd als Träger tatsächlich erkrankt und klinische Symptome zeigt. Die gute fachliche Praxis sollte die Grundlage einer jeden Pferdehaltung sein und wirkt auch einem möglichen auf PSSM-1 beruhenden Krankheitsausbruch nachhaltig entgegen.
Risiko mindernde Faktoren:

  • ausreichende Bereitstellung von pferdegerechtem Raufutter (zuckerarm)
  • Kraftfutter wenn überhaupt benötigt mit hohem Fett- und geringem  Stärkeanteil, keine Futtermischungen die Melasse enthalten
  • Zufütterung von Vitamin E und Selen
  • wie für jedes Pferd ist die regelmäßige, tägliche Bewegung sowie ausreichender  Auslauf eine Grundvoraussetzung für beste Gesundheit

Unter Berücksichtigung einer bedarfsgerechten Ernährung und der pferdegerechten Haltung können auch positiv getestete Pferde ohne Einschränkungen in der täglichen Arbeit eingesetzt werden.

PSSM-1 und die praktische Zuchtarbeit
Der guten züchterischen Praxis vorangestellt sollte immer die Überlegung sein, ein möglichst gesundes Pferd zu züchten. Die einfachste Möglichkeit, die PSSM-1 Mutation aus der Population des Süddeutschen Kaltblutes heraus zu selektieren wäre es, nur Nichtanlageträger für die Weiterzucht zu zulassen. Eine radikale Maßnahme, welche sicherlich zu einer Verengung der genetischen Bandbreite und damit einhergehender Verringerung der Selektionsmöglichkeit und demzufolge vermindertem Zuchtfortschirtt führen würde. Vor diesem Hintergrund zielt der alleinige Ausschluss von homozygenoten Anlageträgern von der Körung ab dem Körjahr 2020 darauf ab, die Züchter zu sensibiliseren und sich unter Berücksichtigung der Wahrung der genetischen Breite innerhalb der Rasse mit der Thematik auseinander zu setzen. Das Ziel ist es, die Allelfrequenz innerhalb der Population sukzessive zu reduzieren und damit das Riskio einer durch PSSM-1 Mutation hervorgerufenen klinischen Symptomatik zu verringern. Es geht daher der Apell an alle Züchter und Hengsthalter, die zur Zucht eingesetzten Hengste und Stuten testen zu lassen und sich dann, auch gerne in Abstimmung mit der Zuchtleitung und dem Zuchtberater, für eine risikoreduzierte Anpaarung zu entscheiden. Anschließend sei noch einmal, sowohl an die Züchter, Verkäufer als auch Käufer gerichtet gesagt, dass die gute fachliche Praxis als das A und O im Umgang mit dieser Mutation beschrieben werden muss. Beispielhaft sei hier angeführt, dass von mehr als 200 Hengste der Rasse Noriker während ihrer 30-tägigen Stationsprüfung keinerlei Auffälligkeiten beobachtet werden konnten und dies vor dem Hintergrund von rund 30% Anlageträgern in der Population.
Torsten Große-Freese

Wahrscheinlichkeit des Auftretens der Genotypen

Genotyp

N/N
frei

N/PSSM1
(mischerbig)

PSSM1/PSSM1
(reinerbig)

N/N
(frei)

100% N/N 50% N/N
50% N/PSSM1
100% N/PSSM1

N/PSSM1
(mischerbig)

50% N/N
50% N/PSSM1
25% N/N
50% N/PSSM1
25% PSSM1/PSSM1
50% N/PSSM1
50% PSSM1/PSSM1

PSSM1/PSSM1
(reinerbig)

100% N/PSSM1 50% N/PSSM1
50% PSSM1/PSSM1
100% PSSM1/PSSM1

Hier gehts zum Informationssystem Pferd (IS-Pferd Online)
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