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Zuchtziel

Vorbemerkung

Die Zucht von Reitpferden hat in Bayern eine lange Tradition. Die ersten Aufzeichnungen über Rottaler Pferde stammen aus dem Mittelalter. Seitdem hat sich das Pferd über alle Höhen und Tiefen der Geschichte zu einem modernen Sportpferd entwickelt. Seit 2014 wurde von allen Mitgliedsverbänden der Süddeutschen Pferdezuchtverbände ein gemeinsames Zuchtziel der Rasse „Deutsches Sportpferd“ beschlossen.

Das Ursprungszuchtbuch für die Rasse „Deutsches Sportpferd“ wird von den Züchtervereinigungen Pferdezuchtverband Baden-Württemberg e.V., Landesverband Bayerischer Pferdezüchter e.V., Pferdezuchtverband Rheinland-Pfalz-Saar e.V., Pferdezuchtverband Sachsen-Thüringen e.V. und dem Pferdezuchtverband Bran-denburg-Anhalt e.V. gemäß der vertraglichen Vereinbarungen vom 17.04.2014 gemeinsam geführt.

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Etwa 13 Millionen Deutsche haben in einer Umfrage geäußert, dass sie gerne reiten würden, wenn sie Zeit und Gelegenheit hätten. Auch in Bayern gibt es über 100.000 Mitglieder in 905 Reitvereinen. Die Züchter bemühen sich, diesen Reitsportbegeisterten die entsprechenden Pferde zur Verfügung zu stellen. Etwa 3.500 Stuten und 125 Hengste sind im Zuchtbuch des Verbandes eingetragen. Über ein klar definiertes Zuchtprogramm versucht man, die hohen Ansprüche der Sport- und Freizeitreiter zu befriedigen.

Zum Zuchtprogramm gehören die Beurteilung der äußeren Erscheinung, aber auch Eigenleistungsprüfungen und Prüfungen auf Charakter und Gesundheit. Auf dieser Basis wird streng selektiert, damit nur die besten Pferde in der Zucht bleiben und die nächsten Pferdegenerationen liefern können.

Über die künstliche Besamung besteht heute die Möglichkeit, Leistungsgene aus der ganzen Welt in der bayerischen Zucht einzusetzen. Internationale Sportpferde zu züchten ist nicht Zufall, sondern gründet sich auf breiter Zuchtbasis mit Selektion auf der Vater- und der Mutterseite.

Richtlinien

Im Rahmen des vom Tierzuchtgesetz vorgegebenen Zweckes zur Erhaltung und Verbesserung der Pferdezucht mit der Absicht, die Qualität und Wirtschaftlichkeit der Erzeugnisse zu erhöhen, verfolgt der Landesverband bei den einzelnen, von ihm betreuten Pferderassen folgende Zuchtziele:

  • Herkunft
  • äußere Erscheinung
  • Bewegungsablauf
  • Gesundheit
  • Leistungsveranlagung

Herkunft

Bodenständige Warmblutschläge aus den Züchtervereinigungen Pferdezuchtverband Baden-Württemberg e.V., Landesverband Bayerischer Pferdezüchter e.V., Pferdezuchtverband Rheinland-Pfalz-Saar e.V., Pferdezuchtverband Sachsen-Thüringen e.V. und Pferdezuchtverband Brandenburg-Anhalt e.V.

Ziel der Zucht des Deutschen Sportpferdes ist es, im Wettbewerb bezüglich der Qualität der Zuchttiere der Reitpferdezuchten Europas, erfolgreich zu sein.

Besonderes Augenmerk ist dabei auf die Rittigkeit und positive Interieureigenschaften zu legen.

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Äußere Erscheinung

Farbe:     alle Farben

Größe:     um einen Mittelwert von 165 cm Stockmaß am Widerrist

Typ
Das Erscheinungsbild eines eleganten, großlinigen und harmonischen Sportpferdes. Die Prägung durch Edelblut soll in einem trockenen und ausdrucksvollen Kopf, einem großen Auge, gut geformter Halsung, plastischer Bemuskelung sowie korrekten, klaren Gliedmaßen zum Ausdruck kommen. Zuchttiere sollen über einen deutlichen Geschlechtsausdruck verfügen.

Gebäude
Ausdrucksvoller Kopf mit großem Auge, eine mittellange, sich zum Kopf hin verjüngende Halsung, gute Ganaschenfreiheit, eine markante, lange, schräg gelagerte Schulter, ein markanter, weit in den Rücken hineinreichender Widerrist ein genügend langer, gut bemuskelter Rücken, ausreichende Brusttiefe, eine lange, leicht geneigte, gut bemuskelte Kruppe, eine harmonische Aufteilung in Vor-, Mittel- und Hinterhand, ein zum Körperbau passendes, trockenes Fundament mit korrekten, großen Gelenken, mittellangen Fesseln und wohlgeformten Hufen, eine korrekte, von hinten gesehen gerade Gliedmaßenstellung, ein von der Seite gesehen, gerade gestelltes Vorderbein, ein im Sprunggelenk mit etwa 150° gewinkeltes Hinterbein, sowie eine jeweils gerade Zehenachse mit etwa 45° bis 50° zum Boden

Bewegungsablauf

Grundgangarten
Taktmäßige und raumgreifende Grundgangarten (Schritt 4-Takt, Trab 2-Takt, Galopp 3-Takt), der Schritt sollte losgelassen, raumgreifend und taktsicher sein, bei klarem Ab- und Auffußen, der Bewegungsablauf im Trab und Galopp soll bei klar erkennbaren Schwebephasen elastisch, schwungvoll, leichtfüßig, getragen und mit natürlicher Aufrichtung und Balance ausgestattet sein, der aus einer aktiv arbeitenden Hinterhand entwickelte Schub soll über einen locker schwingenden Rücken auf die frei aus der Schulter vorgreifende Vorhand übertragen werden, etwas Knieaktion ist erwünscht, von hinten und vorne gesehen sollte der Gang gerade sein.

Springen
Geschicktes, vermögendes und vorsichtiges Springen, welches Gelassenheit und Übersicht erkennen lässt, im Ablauf sind deutliches Sich-Aufnehmen, ein schnelles Abfußen beim Absprung, ein schnelles Anwinkeln der Gliedmaßen (mindestens waagerechte Haltung des Unterarms), ein aufgewölbter Rücken bei deutlich hervortretendem Widerrist, und vorwärts-abwärts gedehnter Halsung sowie sich öffnender Hinterhand erwünscht, im Gesamtablauf soll der Fluss der Bewegung und der Rhythmus des Galopps jederzeit erhalten bleiben.

Rittigkeit
Ein Pferd, das bei guter Maultätigkeit willig an den Hilfen steht, gelassen mit dem Reiter zusammenarbeitet und diesem ein gutes Sitzgefühl vermittelt, Takt, Losgelassenheit und Anlehnung sollen bei natürlichem Gleichgewicht erkennbar sein.

Innere Eigenschaften/Gesundheit

Interieur     
Unkompliziertes, umgängliches, gleichzeitig einsatzfreudiges Pferd, das durch sein Auftreten und Verhalten gute Charaktereigenschaften sowie ein ausgeglichenes Temperament erkennen lässt.

Leistungsveranlagung
Vielseitig veranlagtes, leistungsbereites, für Reit- und Sportzwecke jeder Art geeignetes Pferd, insbesondere für die Disziplinen Dressur, Springen und Vielseitigkeit.

Gesundheit
Robuste Gesundheit, physische und psychische Belastbarkeit, Fruchtbarkeit, Leichtfuttrigkeit sowie das Freisein von gesundheitsbeeinträchtigenden Merkmalen gemäß Anlage 4. Eine gute Belastbarkeit und eine lange Nutzungsdauer resultieren aus diesen Eigenschaften.

Selektionsmerkmale
Aus den vorstehenden Merkmalen werden Selektionsmerkmale definiert, die bei der Exterieurbeurteilung und den Hengstleistungs- und Zuchtstutenprüfungen nach dem allgemein gültigen Notensystem bewertet werden.

Weiterhin bilden Gesundheitsdaten die Grundlage für die Zucht auf Gesundheit. Daten von Tierärzten sind als primäre Datenquelle anzusehen, gesundheitsbezogene Daten aus anderen Quellen können ergänzende Informationen liefern. Auswertungsgrundlage sind in erster Linie Krankheitsdiagnosen und spezifische Befunde. Auf der Grundlage eines Pools von Gesundheitsdaten kann der Zuchtverband den Merkmalskomplex Gesundheit längerfristig über die neuesten Methoden aus der Wissenschaft in sein Zuchtprogramm einbeziehen.

 

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