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Rückblick Landesschau 2014

Am 27. und 28. Juni 2014 trafen sich die besten Stuten Bayerns zur Landesschau auf der Olympia-Reitanlage in München-Riem. Am Freitag hatten die Warmblut Stuten ihren großen Auftritt und am Samstag waren die Rassen Süddeutsches Kaltblut, Haflinger und Edelbluthaflinger an der Reihe.
Insgesamt präsentierten sich 136 Stuten im Schritt und Trab an der Hand auf dem Dreieck am Rasen des Hufeisenplatzes. Die Kommissionen vergaben 95 Mal das Prädikat Staatsprämie oder die Staatsprämienanwartschaft, wobei die Anwärterinnen die Prämie bekommen sobald sie ihre Zucht- und Eigenleistung nach der staatlichen Richtlinie erfüllt haben.
Als Gastrichter waren heuer Martin Spoo vom Rheinischen Pferdestammbuch e.V. für die Rassen Warmblut und Süddeutsches Kaltblut sowie Manfred Weber vom Pferdezuchtverband Baden-Württemberg e.V. für die Rassen Haflinger und Edelbluthaflinger tätig.

Ergebis Endring Warmblut
Ringergebnisse Warmblut

Nach den sehr guten Stuten, die wir im Jahr 2013 in München-Riem im Rahmen der Landesschau bewerten durften, waren die Erwartungen im Jahr 2014 dementsprechend hoch und wurden nicht enttäuscht. Als Neuerung gab es die Bewertung des Freispringens bei den springbetonten Stuten, was sich als sehr sinnvoll und zeitgemäß herausstellte. Gemeinsam mit der bayerischen Zuchtleiterin Cornelia Back, war es ein sehr gutes Zusammenarbeiten mit Jakob Maier und Oskar Kusterer, die durch ihre Kenntnis der Stutenstämme und der Eindrücke bei den Eintragungsterminen wertvolle Einblicke im Hinblick auf das gemeinsame Gesamtergebnis geben konnten.
Der erste Tag begann mit dem Freispringen. Hier fiel auf, dass die Ruhe und die gelassene Art die jungen Pferde an die Sprünge heranzuführen, ausschließlich gute Bilder ermöglichte. Erstaunlich gut gelang es den bereits älteren Stuten im Freispringen zu überzeugen. Oft ist es nicht ganz einfach wenn Pferde bereits im Sport bis Klasse S siegreich sind, diese Pferde dann auch im Freispringen richtig zu bewerten, was aber bei den präsentierten Stuten der Landessschau 2014 kein Problem war.
Herausragende Eindrücke hinterließen die Stuten Valentina v. Stakkato Gold/Friedenstraum sowie die spätere Siegerstute Oboe Incipit v. Clarimo/Landprinz, die hinsichtlich ihrer Sportlichkeit und Körperbeherrschung eine Klasse für sich war.
Die am ersten Schautag bei bestem Wetter auf dem Dreieck dargestellten Stuten konnten sich aufgrund des guten Geläufs und der optimalen Verhältnisse perfekt präsentieren. Auch in diesem Jahr gab es wieder eine große Anzahl exzellenter Stuten, die es ermöglichten einen Endring auszuwählen, auf den der Verband auch in diesem Jahr stolz sein kann. Auffallend in der Gesamtkollektion war der hohe Anteil bayerischer Mütter und Großmütter. Die Konsolidierung der bayerischen Warmblutzucht und die Kontinuität in den Stutenstämmen kann als gewünschte Folge nachhaltiger Zuchtarbeit positiv stimmen.
Elf Stuten bildeten den Endring, der geprägt war von modernen, im besten Typ stehenden Zuchtstutenmodellen mit gewünschten, abgesicherten Pedigrees und vor allem ausnahmslos ausgestattet mit sehr gutem Schritt, was auch in Zukunft nicht an Einfluss verlieren darf. Wesentlich auch, dass im Endring durchweg Stuten anzutreffen waren, die in einem sehr guten inneren und körperlichen Gleichgewicht auftreten konnten. Die Stuten hatten eine positive mentale Einstellung, was für das Gesamtbild von größtem Wert ist und gerade im Hinblick auf das Klientel der zukünftigen Züchter und Reiter wohl nicht hoch genug bewertet werden kann.
Kat-Nr. 20 Siegerstute 2114278Gesamtsiegerstute wurde die in jeder Beziehung überzeugende, 3-jährige Amazing Grace v. Boston/Rivero II, aus der Zucht und im Besitz des Haupt- und Landgestütes Schwaiganger in Ohlstadt. Die 1,67 m messende, tiefe, rahmige Stute verfügt über einen makellosen Körper mit geradezu endloser Linierung und einem ganz besonderen Stutenflair, was die Stute von Anfang an und auch bei jeder weiteren Besichtigung zu etwas Besonderem werden ließ. Der leider ausgeschiedene Spitzenhengst Boston, den der bayerische Landstallmeister in England entdeckte und der auch im Rheinland für außergewöhnliche Nachzucht sorgte, hat hier seine Bedeutung einmal mehr unter Beweis gestellt. Sehr gut erinnere ich mich an die begeisterte Beschreibung von Dr. Eberhard Senckenberg nach seiner ersten Besichtigung von Boston, die mir gerade angesichts dieser herausragenden Stute noch einmal vor Augen geführt wurde und die zeigt, dass die Einschätzung des Boston schon früh richtig war. Die Siegerstute 2014 präsentierte sich mit allen Attributen einer Stammstute, einer ganz besonderen Aura, exzellenter Grundmechanik und einem fein abgestimmten Bewegungsablauf. Mütterlicherseits einer der erfolgreichsten Stämme des Landgestütes Schwaiganger, die Kombination Boston/Rivero II, in sich schon hoch reizvoll, wird aufgewertet durch den nachhaltigen Mutterstamm mit dem passenden Anteil Edelblut, der geradezu ein Glücksfall für die Weiterzucht ist. Gratulation an Dr. Eberhard Senckenberg zu dieser gelungenen, züchterischen Kombination und Gratulation der bayerischen Pferdezucht zu einer solchen Siegerstute, die hoffentlich im Laufe der nächsten Jahre im Landgestüt ihre hohe Einschätzung unter Beweis stellen kann.Kat-Nr. 28 1.Reserve 2114755
Reservesiegerstute wurde mit der Aventina v. Diamond Hit/Stedinger die Bewegungskönigin der Gesamtschau. Die aus der Zucht von Martina und Jakob Reglauer aus Wangen stammende, hochmoderne Aventina, 2011 geboren, zeigte Bewegungsmomente von der jeder Dressurreiter nur träumen kann und gerade was Antritt und Kadenz der Bewegung betrifft sucht diese Stute wohl ihresgleichen. Auch hier erneut eine Stute aus einem durchgezüchteten, bayerischen Mutterstamm, der einmal mehr zeigt, dass ein gewisser Anteil passendes Springblut in den Pedigrees von großem Nutzen sein kann.
An dritter Stelle stand die hochmoderne Waroness v. Bentley/Legendaer II, gezogen von Martin Niedermair aus Aying und im Besitz von Markus Hörmann aus Dietramszell, der die Spitzenstute von Martin Niedermair erwerben konnte. Die Zuchtstätte Niedermair war in diesem Jahr mit drei Stuten im Endring vertreten, an dieser Stelle Gratulation zu dieser herausragenden, züchterischen Leistung, die nicht unerwähnt bleiben darf.
Kat-Nr. 17 2.Reserve 2114744Die zweite Reservesiegerstute ist ein weiterer Hinweis darauf, dass Belissimo M wie schon im letzten Jahr und in den Jahren davor, in Bayern einen außergewöhnlichen Stellenwert einnimmt. Im letzten Jahr stellte Belissimo mit der herausragenden Welfenstern, aus der Zucht und im Besitz von Lisa Dressler, eine eindrucksvolle Reservesiegerstute. In diesem Jahr ist es der Belissimo-Sohn Bentley, der mit der Waroness eine eindrucksvolle und bewegungselegante Spitzenstute präsentiert, die mit einer sehr geschlossenen Oberlinie im modernen Typ stehend, alle Möglichkeiten erkennen ließ. Zeitweise im Schritt noch nicht ganz die innere Ruhe findend, eine Stute die jedoch über weite Passagen ihre gesamte Qualität zeigte und dann auch im Schritt alle Vorzüge auf den Punkt bringen konnte.
Die beste Springstute des Jahrgangs, Oboe Incipit v. Clarimo/Landprinz, gezogen und im Besitz von Dr. Helmut Feigl aus Beutelsbach, war wohl eins der begehrenswertesten Pferde der Landesschau. Noch voll in der Entwicklung stehend, wurde die jüngste Stute des Lotes von einem 11-jährigen Jungzüchter eindrucksvoll vorgestellt. Markant in den Partien, in der Bewegung für ein zukünftiges Springpferd mit allen Vorzügen ausgestattet, zeigte die Stute am Sprung exzellente Manier, eindrucksvolle Reflexe und das ganz große Vermögen. Ein Stutenmodell mit außergewöhnlicher Sportlichkeit und größtmöglichen Zukunftsperspektiven. Hinzu kommt, dass die Mutter der 3-jährigen Stute, Open Air Incipit, aufgrund ihrer überzeugenden Eigenleistung bereits eine Zulassung zum Bundeschampionat 2014 erhalten hat und den Gesamteindruck der Springsiegerin 2014 vortrefflich abrundet.
Eine weitere Stute des Endrings die Erwähnung finden muss, ist unter anderem die hoch bedeutende Cordoba v. Diamond Hit/Raueck I aus der bewährten Zucht von Martin Niedermair aus Aying. Auch sie ist eine Stute mit allen Attributen eines Ausnahmepferdes. Cordoba konnte eindrucksvoll Größe, Solidität und Ausdruck verbinden und hatte im Grunde keine Schwächen. Erfreulich, wenn ein Zuchtverband so viele bedeutende Stuten in einem Endring präsentieren kann, so dass in der Endrangierung häufig nur Nuancen und Tagesform den Ausschlag geben. Der gesamte Endring war von großer Klasse geprägt, doch die Siegerstute nahm eine gewisse Ausnahmestellung ein, denn ihre Souveränität und feine Linierung ließen sie immer wieder in einem besonderen Licht erscheinen.

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